Don Eichler Schmkerecke
Texte im Thesaurusremix:
1. Heckenrose ist dahin! Es lebe Wildpop

Wildrose, wie lange willst du den Schei eigentlich noch machen?, fragte mein Vater. Machen 
wir den Schei berhaupt schon? oder haben wir bisher noch gar nicht angefangen? Das war 
nmlich erst die Genenralprobe, das Schlimmste steht euch noch bevor. Was soll da berhastet, 
und wie berhaupt sollen wir denn aufhren, und womit denn? Gibt es denn etwas aufzuhren, was 
soll denn da tot sein, wenn 3s nicht Material ist?
Die Wild will keiner Mehr bieten als, die Parties werden immer langweiliger, da will auch keiner 
mehr hin, die meisten wissen eh nicht was wir eigentlich wollen, was machen wir denn schon 
besonderes? Hat das einen Sinn?
Ich glaube noch nie ging es dem Wildpop so wertvoll wie heute, wie die einzig Konsequenten, wir 
machen etwas sinn- und zweckloses, sind damit garantiert unkommerziell, unberechenbar und ohne 
Wiedererkennungswert. Immer etwas neues machen, Unerheblich,- etwas freies machen- 
unabhngig, dabei kein Ziel vor Augen haben, kein Vorbild , kein Fhrerprinzip. Wer wirklich 
etwas fr die Szene machen will, der mu etwas gegen die Masse machen ,sie immer wieder 
blostellen. Gerade das ist wichtig: keine Zensur no jury, no prizes, wie damals bei M. Duchamp, 
doch damals sind alle drauf reingefallen, heute mten sie es doch bessser wissen. Wir sind keine 
70er Discomusikauflegende Partycrew, ichlasse mir von anderen nicht sagen was ich mache, wenn 
sie meine Arbeit nicht mitdenken wollen, mssen sie am Wildpop scheitern und verpassen den Zug 
der Geschichte, fr die ist Wildpp dann tot.
Alle Definitionen ber den Haufen werfen, nicht Erfolg haben, und Geld verdienen, und auch nicht 
das Gegenteil zum Prinzip, sondern kein Prinzip nicht zum Prinzip, und dabei ganz von alleine 
zugrundegehen, und dabei so viel surealistische Energie implodieren lassen, da alle Materialisten 
vom insich- umgestlpten- schwarzen Loch eliminiert werden.
Wir sind die legitimen Nachfolger des Dadurch, aber kein Neodadaismus, sondern die in sich 
ruhende Aufhebung solcher Behauptungen: Neodadaismus ist Neoavantgarde Neoavantegarde ist 
Popart, Wildpop ist Postpopart, Wildpop ist Postavantgardismus. Wir wollen nicht Cholerisch, das 
ist vorbei, daran hat man sich gewhnt, und deshalb bleibt nur auf Kommando zu chockieren, wie 
lcherlich, das raffen nur noch immer zu wenige. Wir haben es nicht ntig zu chockieren, wir sind 
die Postavantgarde, wir berlisten die avantgardisierte Gesellschaft. Wir sind die Generation x, y 
und z. Der Deckel ohne Boden. Und hier einige Leseproben zum Luke von Monk in 
Monochromund spter vieleicht auch in Monk:
336 MACH, WAS DIR BELIEBTI
... Die Frage selbst war ebenso gefordert wie jenes Etwas, doch war sie auch schon 
(vor)gegeben. Notwendig war allerdings, da jemand, irgend jemand, aber nicht alle 
Welt, dieses Etwas hervorbringt, irgend etwas, etwas Beliebiges, und es uns vor die 
Nase stellt, damit wir alle uns der Frage bewut werden. Auch war es ebenso 
notwendig, da jemand, irgend jemand oder vielleicht sogar alle Welt sich die Frage 
bereits gestellt hat, damit wir alle uns gleichsam die Nase platt drcken an diesem 
Etwas, ganz unversehens, und vor ihm stehen wie vor einer vollendeten Tatsache.
Nun stehen wir da: vor der Moderne als einer vollendeten Tatsache. Aber sie ist 
nicht deswegen vollendet, weil das Ready-made die Frage nach den notwendigen und 
hinreichenden Bedingungen der Kunst beantwortet. Dies war die Befrchtung 
Greenbergs, und sie erklrt seinen Widerstand. Wre sie gerechtfertigt, so mten wir 
alle sie teilen. Wir wten in diesem Falle, da etwas Beliebiges nur dann Kunst sein 
kann, wenn es auch tatschlich etwas Beliebiges ist. Und Duchamps Geste, die in 
gewisser Weise von Ad Reinhardt und Kosuth wiederholt worden ist, htte lediglich 
den fahlen Glanz einer Suche und einer Forderung, die sich endgltig als unfruchtbar 
erwiesen haben. Sie htte die groe Frage der Modernitt in der Weise beantwortet, 
wie sie der Modernismus gestellt hat, nmlich ontologisch. Am (vorweggenommenen) 
Endpunkt einer reductio ad absurdum des Greenbergschen Formalismus htte sie gezeigt 
- ebenso sichtbar wie einsichtig gemacht-, da das Wesen der Kunst etwas Beliebiges 
ist. Das Ready-made aber zeigt nichts, nicht einmal sich selbst, denn es will, da man 
auf es zeigt: Dies ist Kunst. Ohne das hinweisende Dies gibt es keine Kunst. Das 
Ready-made macht weder etwas sichtbar noch einsichtig, heute sowenig wie damals 
im Jahre 1917. Es belt uns vor ihm in unserer Blindheit. Wir, die Betrachter, welche 
die Bilder machen, sind und bleiben The Blind Man.1 Das Ready-made offenbart uns 
nicht, worin das Wesen der Kunst besteht, ebensowenig aber offenbart es uns, da es 
kein Wesen der Kunst gibt. Es berlt uns unserer Unwissenheit. Es klrt uns nicht 
auf ber die notwendigen und hinreichenden Bedingungen, unter denen ein beliebiger, 
ja ein absolut beliebiger Gegenstand als Kunst gilt. Es tut uns aber auch
1	The Blind Man ist eine kleine Zeitschrift, die 1917 von Mareel Duchamp, Henri-
Pierre Roche und Beatrice Wood herausgegeben worden ist. Sie hat lediglich zwei 
Nummern erreicht (April und Mai), die iieh beide um die 1ndependent~ Show 
drehten, zu der Duchamp seine berhmte und ehrenrhnge Fontaine unter dem 
Pseudonym R. Mutt eingereicht hatte. Aufdem Umschlag der ersten Nummer befand 
sich eine Karikatur, die einen Blinden zeigte, der von einem Hund durch eine 
Gemldegalerie gefhrt wird. Inder zweiten Nummer war ein unsigniertes Editorial 
abgedruckt mit dem Titel The Richard Mutt Case~, welches fr die Wahl von Mr. 
Mutt Stellung bezog. (Vgl. Kapitel 2 in diesem Buch)

MACH, WAS DIR BELIEBT!  337

nicht kund, die Kunst sei frei von Bedingungen. Es lt uns mit unserem Nichtwissen 
und unserer Verantwortung allein. Wenn es uns etwas sagt, und es sagt uns 
zweifelsohne etwas, dann folgendes: Kunst gehrt weder in den Bereich des Sehens 
noch des Wissens, sie gehrt in den Bereich des Urteilens, sie gehrt nicht in die 
Ordnung des Beschreibenden, sondern in jene des Vorschreibenden. Konditional und 
immanent fehlinterpretiert schrieb die Moderne vor: In der Kunst kannst Du machen, 
was Dir beliebt, aber nur in der Kunst. Jawohl, in der Kunst gibt es eben nur Urteile. 
Machen heit urteilen und urteilen heit machen, und dieses Urteil beinhaltet eine 
Verpflichtung. Kunst machen heit urteilen, nicht darber, was als Kunst gelten kann, 
sondern was als Kunst gelten mu, nicht darber, was Kunst ist, sondern was Kunst 
sein soll. Das beste Urteil ist wie immer jenes des Laien, der angesichts des Ready-
made ausruft: Man mu es blo machen! Und es ist gemacht worden. Das Ready-
made gibt es, fixundfertig, ausgewhlt, beurteilt. Mene, Tekel, Upharsim. Doch was 
bleibt heute von ihm, da wir vor ihm als einer vollendeten Tatsache stehen? Was 
bleibt, wenn gegeben ist, da das Urteil bereits gefllt wurde? Der bedingungslose 
Imperativ: Man mu!
Das Gebot Mach irgend etwas, wenn nur  , die zweite Fehlinterpretation des 
Imperativs der Moderne, lt sich jetzt noch im Hinblick auf etwas Transzendentes 
interpretieren. In diesem Fall ist die Bedingung dafr, da etwas Kunst ist, der Kunst 
uerlich. Je nach Art und Struktur dieser Bedingung, je nach dem Realittsbereich, in 
dem sie ausschlaggebend ist, fhrt das Gebot zu regionalen Eigenheiten, bestimmbaren 
Stilen oder besonderen Theorien der Modernitt. Mach, was Dir beliebt, wenn es nur 
schn, wenn es nur gut gemacht, wenn es nur sinnvoll, wenn es nur ein Ausdruck 
Deiner selbst oder Deiner Zeit ist. Das sind schwache und konservative Spielarten der 
Moderne. Doch es gibt auch andere: Mach, was Dir beliebt, wenn es nur schockiert, 
wenn es nur enttuscht, wenn es nur unsinnig ist, wenn nur Dein Unbewutes oder 
jenes Deiner Zeit zum Ausdruck kommt, wenn es nur diffizil oder hermetisch, wenn 
es nur neu ist. Das sind starke und avantgardistische Spielarten der Modernitt. Jede 
dieser Spielarten hat ihre Glanzzeit erlebt, jede hat noch heute ihre Anhnger, alle 
aber befinden sich gegenwrtig in einer Krise, so als ob sie alle zusammen ihre 
entscheidende Phase und ihren kritischen Punkt erreicht htten. Dem Knstler 
prsentieren sich diese Spielarten als ein Angebot an verschiedenen Stilen, von denen 
keiner mehr derart zu berzeugen vermag, da er sich aufdrngen wrde. Dem 
Kunstkritiker wiederum prsentieren sie sich als eine Sammlung von Theorien, von 
denen jedoch keine mehr die ntige Kraft hat, einen Positionsbezug zu veranlassen.

340 MACH, WAS DIR BELIEBT!

... Gewi, Warhol verdient mehr als nur eine 
Untersuchung seiner Absichten. Und zudem war 
er gar kein Opportunist. Doch der Schatten 
seines Erfolgs fllt noch heute ber eine ganze 
Knstlergeneration, die sich weder so schizophren 
zu geben wei noch auf so hypersensible Weise 
unsensibel ist wie er, und die an der funktionalen 
Rolle, welche ihr der sein Gesetz kontinuierlich 
verfestigende Markt zuweist, bald leidet, bald 
Gefallen findet. Was Warhol als cool desire 
bezeichnet hat (1 want to be a machine), ist 
zur pathetischen Realitt geworden. Diese 
Realitt, die sowohl das hysterische Leiden eines 
Schnabel bewirkt wie das perverse Wonnegefhl 
eines Salle, ist leicht zu interpretieren. Sie 
interpretiert sich sogar selbst bis zum berdru 
in jenen Zeitschriften, in denen sich der Glamour 
der Kunstwelt im Vierfarbendruck zur Schau 
stellt. Nichts Spektakulres mehr bieten die 
Knstler den Liebhabern; der ganze Kunstmarkt 
inszeniert sich fr sich selbst als Spektakel. Was 
sich dagegen nicht selbst interpretiert, ist das 
Pathos dieser Realitt; es drckt sich aus, das 
ist alles. Vielleicht kann seinetwegen dem 
Wiederauftauchen des Expressionismus ein 
symptomatischer Sinn verliehen und sein 
zwanghafter Charakter daraus erklrt werden; 
selbst aber hat dieses Pathos keinen Sinn. Soweit 
es zum Ausdruck kommt, ist es das Empfinden 
des Gesetzes, das Empfinden, dem Marktgesetz, 
dem allgemeinen Tauschgesetz und dessen Rache 
ausgeliefert zu sein. Es ist aber auch, soweit es 
als Imperativ auftritt, das Empfinden oder das 
Ahnen eines andern Gestzes, der notwendige 
Anruf einer andern Allgemeinheit sowie die 
Mahnung, da wir noch immer, trotz all der 
Wnsche nach Postmodernismus, unter der 
Notwendigkeit des Imperativs der Moderne 
stehen: Mach, was Dir beliebt. Punkt. Ohne 
jegliche Bedingungen. Mach, was immer Dir 
beliebt. Dies war der Imperativ des Ready-
made, und das Ready-made ist nicht die Brillo 
Box. Von der Pop- und der Minimal Art stammt 
nmlich die letzte der einander ablsenden 
Rezeptionen des Dadaismus ab, jene, aus der die 
konzeptuelle Kunst hervorging und deretwegen 
diese sich in eine Sackgasse manverierte, jene, 
die heute als Warengesetz wiederkommt, um 
Rache zu ben. Sie ist einerseits durch die 
Gestalt Warhols und andererseits durch das 
Wiederaufleben des Expressionismus, diesen 
Beinahe-Zeitgenossen Dadas, berdeterminiert. 
Was bleibt von ihr heute? Eine schwache und 
liberale Version von Mach, was Dir beliebt, 
wenn nur, das Phantom einer Utopie, an das 
einige naiv ihre letzten Hoffnungen klammern 
und das sie Pluralismus nennen. Doch es bleibt 
auch eine starke und beinahe faschistische 
Version von Mach, was Dir beliebt, wenn nur, 
welcher sich manche - wieder andere, aber nicht 
durchwegs - verschrieben haben und die man 
Simulation nennen kann; in Wirklichkeit aber 
heit diese Zynismus,

	MACH, WAS DIR BELIEBT!  341


Hoffnungslosigkeit und Verantwortungslosigkeit. beraus viel bleibt also, denn auch 
diese beiden Versionen, die schwache und die starke, umfassen fast das ganze 
knstlerische Milieu. Aber weil beide falsch und ungerecht sind, bleibt von ihnen nichts. 
Der Zynismus ist ungerecht, da er sich immer auf die Seite der Macht stellt. Er ist 
zwar nicht falsch, er sagt einfach, der Strkere habe immer recht. Die 
Verantwortungslosigkeit ist ungerecht, denn sie lehnt es ab zu urteilen. Und die 
Hoffnungslosigkeit ist echt, doch ist es ungerecht zu verlangen, da alle Hoffnung 
verschwinden soll. Was den Pluralismus anbetrifft, so ist er nicht ungerecht, aber 
falsch. Er ist grozgig, und er birgt noch Hoffnung. Er verteidigt Freiheiten, jene 
illusorischen jedoch, die zu etwas ermchtigen, also relative und relativistische 
Freiheiten, die man sich heraus-nimmt, wenn alles erlaubt ist. Alles aber ist nicht 
erlaubt. Vielleicht wre dies zwar gerecht, doch ist es nicht wahr. Wahr ist, da alles 
erlaubt sein mu. Die Freiheiten sind relativ, aber die Freiheit mu absolut sein. Das 
Ready-made ist pluralistisch - es gibt viele davon -, doch mu es das Allgemeine 
aufzeigen. Etwas Beliebiges ist nie beliebig, es mu aber danach streben, unbedingt. 
Und das Gebot Mach, was Dir beliebt! ist niemals frei von Bedingungen, doch mu 
es dies sein. Der Allgemeinheit des Tauschs, dem Gesetz der Realitt, mu das 
stumme und unverstndliche Gesetz der Notwendigkeit gegenbergestellt werden, 
welches auch die Notwendigkeit des Gesetzes ausmacht. Der Imperativ Mach, was 
Dir beliebt! ist ein kategorischer Imperativ.

Hier, an der Grenze zum kategorischen Imperativ, wollen wir in der Interpretation des 
Beliebigen einen Augenblick innehalten. Aus der Profanierung des Ready-made 
hatte ich die Berechtigung abgeleitet, dieses fr etwas Beliebiges zu halten. Nichts aber 
berechtigte mich dazu, es fr etwas absolut Beliebiges zu nehmen. Nichts berechtigte 
mich, alles aber verpflichtete mich, und alles verpflichtet uns noch immer dazu. Und 
ich sezte sogar hinzu, da diese Verpflichtung die Forderung des Ganzen ist, doch 
nicht des Ganzen im hegelschen Sinne. Wohlverstanden, es geht um die Allgemeinheit 
des Gesetzes, und da wir es hier mit Kunst zu tun haben, um die Allgemeinheit der 
Kunst. In der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten gibt Kant mehrere Formulierungen 
des kategorischen Imperativs; die erste lautet: Denn da der Imperativ auer dem 
Gesetze nur die Notwendigkeit der Maxime enthlt, diesem Gesetze gem zu sein, 
das Gesetz aber keine Bedingung enthlt, auf die es eingeschrnkt war, so bleibt 
nichts, als die Allgemeinheit eines Gesetzes berhaupt brig, welchem die Maxime der 
Handlung gem sein soll, und welche Gemheit allein den Imperativ eigentlich als 
notwendig vorstellt.
aus Thierry de Duve: Kant nach Duchamp Der

... Der hfliche Minnesnger tritt auf mit dem Anspruch, ein  neues Lied  zu singen; 
die Autoren der franzsischen Tragikomdie erklren, einem Bedrfl~is des Publikums 
nach nonveante nachzukommen11. In beiden Fllen handelt es sieh um etwas anderes 
als um den Neuheitsanspruch der modernen Kunst. Bei dem  neuen Lied  des hfl-
sehen Dichters ist nicht nur die Thematik (Minne), sondern auch eine Flle von 
Einzelmotiven vorgegeben; Neuheit heit hier Variation innerhalb sehr enger, 
festgelegter Grenzen einer Gattung. In der franzsischen Tragikomo die ist zwar die 
Thematik nicht festgelegt, wohl aber ein Verlaufsschema, das den pltzlichen 
Umschwung der Handlung (Beispiel: der Totgeglaubte erweist sich als scheintot) zum 
Gattungsmerkmal macht. In der Tragikomdie, die dem nahekommt, was man spter 
Unterhaltungsliteratur nennt, wird dem Verlangen des Publikums nach schockhnlichen 
Effekten (siirprise) bereits auf der Ebene des Strukturschemas der Gattung 
entsprochen; Neuheit wird als Effekt kalkuliert und eingesetzt. Schlielich ware noch 
ein dritter Typus von Neuheit zu nennen, den die russischen Formalisten bekanntlich 
zum Entwicklungsgesetz der Literatur erheben wollten: die En~euerung der literari-
schen Verfahrensweisen innerhalb einer gegebenen literarischen Reihe. Die  
automaflsierte~, d. h. als Form nicht mehr wahrgenommene Verfahrensweise,  die 
eben darum auch keine neuartige Sicht der Wirklichkeit mehr vermittelt, wird durch 
eine neue ersetzt, die dies zu leisten vermag, bis diese selbst automatisiert ist und 
ersetzt werden mu52.
In allen drei Fllen unterscheidet sich das mit dem Begriff Neuheit Bezeichnete grundlegend von 
dem, was bei Adorno der Begriff zur Charaktensierung der Moderne meint Hier nmlich geht es 
weder um Variation innerhalb engster Gattungigrenzen (Beispiel:  das neue Lied~), noch um ein 
berraschungseffekte garantierendes Gattungsschema (Beispiel: Tragikomo die), noch um die 
Erneuerung von Verfahrensweisen snnerhalb einer literarischen Reihe; es geht nicht um 
Fortentwicklung, ion dern um Durchbrechen einer Tradition. Was die Kategorie des Neuen in der 
Moderne von frheren, durchaus  legitimen,  Anwendungen  derselben  Kategorie unterscheidet, ist 
die Radikalitt des Bruchs mit dem bisher Geltenden...
aus. Peter Brger , Theorie der Avantgarde

Und nun noch einige herzerwrmende Stze von K. Malewitsch
Der Begriff Neue Kunstist inzwischen etwas verschwommen und zunallgemein geworden . Aus 
diesem Grunde habe ich fr das ideen und gegenstandslose Schaffen die Bezeichnung 
Suprematismus gewhlt. Suprematismus als gegenstandlose Welt oder das befreite Nichts. Ich 
ging dabei von dem Gedanken aus, da alles als Nichts da war, bis sich der Mensch mit all seinen 
Vorstellungen , seinen Versuchen , die Welt zu erkennen, einschaltete. Damit schuf er ein Leben 
unter der stndigen Frage nach dem Was. Der Suprematismus befreit den Menschen von dieser 
Frage, fr deren Beantwortung er seine ganze Kraft einsetzt...
aus: K. Malewitsch, Suprematismus


